Land geht in die Seepferdchen-Offensive
Neue Osnabrücker Zeitung am 26. August
Freitag, 27. August 2010: juk Bramsche. Ein Rettungsring wurde am Donnerstag (26. August) im Hasebad in Bramsche nicht gebraucht. Und das liegt nicht zuletzt an einem Projekt, das genau diesen Namen trägt. „Rettungsring“ ist ein Landesprojekt zur Schwimmförderung für Kinder und Jugendliche, für das Niedersachsens Innen- und Sportminister Uwe Schünemann den offiziellen Startschuss gab.
Nach einer Studie aus dem Jahr 2009 können rund 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter nicht oder nur unzureichend schwimmen. Darunter ist ein großer Teil sozial benachteiligter Kinder sowie Kinder mit Migrationshintergrund.Im Osnabrücker Land ist diese Erkenntnis nicht ganz neu. Bereits vor zwei Jahren initiierte der Kreissportbund Osnabrück-Land das Pilotprojekt „Aktion Rettungsring“, mit dem 500 Kindern dieser Zielgruppe das Schwimmen beigebracht wurde. Zwölf Vereine hatten 42 Schwimmkurse zu einem Drittel des Normalpreises angeboten. Mehr als 130 Kinder sind danach sogar Mitglied eines Schwimmvereins geworden.Dafür, sagte Schünemann, gebühre dem Kreissportbund Osnabrück-Land großes Lob. Er habe ein Defizit erkannt und darauf reagiert und damit eine Vorreiterrolle eingenommen. Das Landesprojekt orientiere sich an diesem Erfolg und könne im besten Fall rund 6000 betroffene Kinder in Niedersachsen erreichen. Ihnen die Schwimmgrundlagen zu vermitteln, somit zum Seepferdchen-Abzeichen zu verhelfen, sei das Ziel. Schwimmen sei nicht nur gesund, sagte Schünemann zu den vielen Kindern, die geduldig am Beckenrand lauschten, sondern mache einfach auch großen Spaß. Das stellten die Kleinen kurz darauf auch unter Aufsicht ihrer Betreuer von DLRG, Schulen und Vereinen eindrucksvoll unter Beweis. Auch der Minister bekam ein paar Wasserspritzer ab. Neben dem Innen- und Sportminister dankten auch Kersten Wick, Geschäftsführer des Kreissportbundes Osnabrück-Land, und Landessportbund-Direktor Reinhard Rawe allen am Projekt Beteiligten für ihr Engagement. Die Aktion „Rettungsring“ ist eine Kooperation zwischen den Sportbünden und der DLRG sowie dem Landesschwimmverband Niedersachsen. Der Kreissportbund Osnabrück-Land übernimmt als zentrale Koordinationsstelle die Projektabwicklung und -abrechnung. Das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport leistet die Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit und Ansprache der Kommunen.Herzlich willkommen hieß Bramsches Bürgermeisterin Liesel Höltermann die Gäste im Hasebad, darunter CDU-Bundestagsabgeordneter Georg Schirmbeck, die Landtagsabgeordneten Claus-Peter Poppe (SPD) und Reinhold Coenen (CDU) sowie der stellvertretende Landrat Hartmut Nümann.
Nur eine hatte es nicht rechtzeitig zum Startschuss für das Landesprojekt ins Hasebad geschafft: „Rettungsring“-Botschafterin Sandra Wallenhorst. Die amtierende Europameisterin im Triathlon und Mitarbeiterin des Ministeriums für Inneres und Sport stand im Stau. Wäre sie geschwommen, geradelt oder gelaufen, wäre das angesichts der Strecken, die sie sonst auf diese Weise zurücklegt, sicher nicht passiert.