Typische Arbeitswoche eines Abgeordneten
...und warum ist das Plenum immer so leer?
Wie sieht sie aus - die typische Arbeitswoche?
Der Bundestag tagt insgesamt ca. 22 Wochen im Jahr. Die restliche Zeit verbringt man als Abgeordneter im Wahlkreis. Ich möchte Ihnen hier einmal kurz aufzeigen, wie eine typische Arbeitswoche im Deutschen Bundestag für mich aussieht.
Tatsächlich ist in einer Sitzungswoche des Deutschen Bundestages ein wiederkehrendes Wochenmuster zu erkennen.
MONTAG
Meine Sitzungswoche beginnt grundsätzlich in meinem Wahlkreisbüro bzw. mit einer Besprechung im Büro von Landrat Manfred Hugo. Anschließend bespreche ich mit meinen Mitarbeiterinnen den geplanten Ablauf der Woche, wir ziehen eine Bilanz der vergangenen Woche, werten die örtliche Presse aus und gehen die verschiedenen Bürgeranfragen durch. Oftmals stehen auch noch Termine im Wahlkreis an.
In der Regel fliege ich am späten Nachmittag gegen 17.00 Uhr vom Flugplatz FMO in Greven nach Berlin-Tempelhof.
Die Ankunft ist immer so geplant, dass ich die Tagung der Landesgruppe der CDU-Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen um 19.30 Uhr nicht verpasse. Oftmals nehmen Christian Wulff oder David McAllister teil, um die Politik von Landes- und Bundesebene abzustimmen.
DIENSTAG
… ist der Tag der Arbeitsgruppen und der Fraktionssitzung.
Für mich beginnt er bereits morgens um 8.00 Uhr mit der Sitzung der Arbeitsgruppe Kommunalpolitik. Um 9.00 Uhr folgt die Arbeitsgruppe Haushalt, die dann in eine gemeinsame Sitzung mit der AG Haushalt der Koalitionsfraktion übergeht. Diese Sitzung dauert in der Regel bis ca. 12.30 Uhr oder 13.00 Uhr.
Ebenfalls ab 9.00 Uhr tagt auch noch die Sitzung der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der ich oft aus zeitlichen Gründen nur kurz beiwohnen kann.
Anschließend geht es in mein Berliner Büro, wo wieder Büroarbeit auf mich wartet und das ein oder andere wichtige Telefonat erledigt werden muss.
Um 15.00 Uhr findet dann die Fraktionssitzung der CDU/CSU im Reichstagsgebäude statt. Die Dauer hängt von der Tagesordnung ab.
Am Abend, ab ca. 19.30 Uhr stehen dann meistens noch Gespräche mit diversen Lobbyisten auf dem Programm, die sog. Parlamentarischen Abende.
MITTWOCH
... ist der Tag der Ausschüsse.
Er beginnt um 9.00 Uhr mit der Ausschuss-Sitzung – Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Um 14.00 Uhr tagt dann der Haushaltsausschuss. Die Sitzungen des Haushaltsausschusses können schon mal bis in die Nacht dauern.
Zwischendurch, sollte die Anwesenheit erforderlich sein, sieht man mich auch im Plenum.
DONNERSTAG
... ist der Tag an dem das Plenum des Deutschen Bundestages ganztägig tagt.
Wenn ich nicht gerade im Plenum sitze, dann bin ich entweder in meinem Büro, um die anfallende Papierflut zu meistern, oder befinde mich in Sitzungen, Besprechungen in Ministerien oder habe ein Gespräch mit einer Besuchergruppe aus meinem Wahlkreis.
FREITAG
... tagt in der Regel um 8.00 Uhr der Rechnungsprüfungsausschuss. Dies ist ein Unterausschuss des Haushaltsausschusses. Danach geht es ins Plenum.
Zwischen den Terminen, dies betrifft übrigens die gesamte Arbeitswoche, ist immer wieder ein längerer Schreibtisch-Aufenthalt einzubauen. Die zahlreichen Bürgeranfragen beantworten sich ja nicht von allein. Abgesehen davon ist dieser Punkt ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit jedes Bundestagsabgeordneten der seine Wähler ernst nimmt.
Wenn der Zeitplan es zulässt, fliege ich am Nachmittag um 15.00 Uhr wieder von Berlin-Tempelhof nach Greven FMO. Im Wahlkreis erwartet mich dann wieder der nächste Abendtermin. Oftmals wird auch das Wochenende für die Termingestaltung mit eingeplant.
Sie sehen, die Arbeitswoche eines Bundestagsabgeordneten ist, wenn man sie mit Leidenschaft bestreitet - ganz sicher sehr erfüllend aber auch sehr lang. Ich hoffe, Ihnen mit meinem Wochenprogramm einen Einblick in meine Arbeit gegeben und auch die Frage
...“Und warum ist das Plenum immer so leer?“
beantwortet zu haben.